Physische Maschinen virtualisieren mit dem VMware Converter

In diesem Artikel werden wir uns mal nur indirekt mit dem Deployment beschäftigen, oft bekomme ich die Frage gestellt ob es den möglich ist z.B. einen Server in seinem aktuellen State in eine virtuelle Maschine umzuwandeln. Diese Frage wird hier im Artikel beantwortet, indem wir direkt noch ein Deployment Szenario aus diesem Case machen.

Das kann bei einer Server Migration und/oder Virtualisierung sehr nützlich sein. Wer z.B. einmal einen Datenbank Server live migriert hat, weil der alte zu wenig Kapazitäten hatte, weiß von was ich spreche. Der neue Server muss mit allen Patches und Einstellungen neu installiert werden, dann werden die Datenbanken auf dem alten Server exportiert und auf dem neuen Server wieder importiert. Wenn man das alles gemacht hat, dürfte nicht mehr allzuviel vom Arbeitstag übrig sein. Ein weiteres Problem dabei ist, dass man noch keinen Test vom neuen Server gemacht hat, dafür gehen dann nochmals ein paar Stunden drauf.

Szenario

Gehen wir mal davon aus, dass ein kleines Unternehmen (von der Wirtschaftskrise gebeutelt) nicht mehr viel Geld für IT ausgeben kann und seine Server dringend migrieren muss, weil die entweder zu alt sind oder zu platzen drohen.
Es soll aber trotzdem eine zukunftsweisende Lösung gefunden werden, damit die Firma nicht von vornherein eine doch so weit verbreitete „permanete Interrimslösungen“ schafft, die man auch als Flickschusterei bezeichnen kann !!!

Da kommt uns aber die Virtualisierung sehr entgegen :-).

Unseren Firma hat aber zum Glück einen cleveren IT Kollegen, der hier im blog regelmäßig mitliest und gerade noch 3000 € aus dem IT-budget zusammenkratzen kann, um einen neuen Server zu kaufen. Es sind insgesamt 4 Server zu migrieren, die in aktuellen 3x2GB RAM (x86 singls core Maschinen ) und 1x4GB RAM(x64 Core2Duo Maschine mit x64 Server 2003) haben.
Wichtig:
Das Konvertieren funktioniert noch nicht mit Windows 7 und Windows Server 2008R2 in den 64bit Versionen.

Der neue Server ist mit 2 Intel Xeon E5520, 16 GB DDR3 RAM  und einem 3x 1TB SATA RAID 5 bestückt, das macht 1 core pro GB RAM….das reicht erstmal um eine zeitlang über die Runden zu kommen ;-).

Das erste Einsparpotenzial ergibt sich daraus, dass wir den Server ohne ein Betriebssystem ordern und wir darauf einfach nur einen baremetal Hypervisor installieren können. Wir entscheiden uns in diesem konkreten Fall für VMware ESXi Server den VMware kostenlos anbietet. Genauso gut könnten wir auch den Hyper-V Server 2008R2 einsetzen den Microsoft kostenlos zum download anbietet.
Jetzt müssen wir uns noch von der VMware homepage das magische Tool VMware vCenter Converter Standalone 4.0.1 besorgen und dann kann es auch schon los gehen :-).

Die Vorbereitung

Zuerst bereiten wir den neuen Server mit ESXi vor, dazu einfach die ISO auf eine CD brennen und das ganze dann installieren. Ist so simpel das es nicht mal screenshots machen wert ist…wer dennoch Hilfe braucht findet sie hier.

Das Konvertieren

Wir installieren den VMware Converter auf unserem Admin PC mit dieser Option

der Rest läuft ganz normal ab….

Einzig die Ports sind ggf. anzupassen

Wenn alles installiert ist, startet unser Converter und wir melden uns mit dem lokalen Account an.
Dann wird uns dieser Button weiterführen

In dem nächsten Fenster wird es dann interessant, hier legen wir unsere Parameter für den Dump fest.
Zuerst geben wir den DNS Namen oder die IP Adresse und  die Admin Anmeldedaten für die zu konvertierende Maschine ein

Im nächsten Schritt wird der VMware Converter per remote einen Agent auf der zu virtualisierenden physischen Maschine installieren, um den Dump überhaupt erst zu ermöglichen

Anschließend können wir den Typ der neuen virtuellen Maschine auswählen um sicher stellen zu können, dass die neue virtuelle Maschine auch mit der Version unseres eingesetzten Hypervisors kompatibel ist.
Wir sollten auf jedenfall drauf achten, dass die rot gekennzeichneten Einstellungen ausgewählt sind !
Weiter unten müssen wir noch ein Netzwerk Share auswählen zu dem unsere neue VM transferiert wird.
Sollte dieses Share ein Passwort benötigen, können wir das rechts neben dem Pfad zum Share unter „Connect as“ eintragen.

Im nächsten Schritt haben wir mannigfaltige Einstellmöglichkeiten für die neue  VM, die einzig interessante Einstellung ist aber letztlich , weil diese Option nicht revidierbar ist.
Hier wird festgelegt welche Partitionen die neue VM enthalten soll. Der Vollständigkeit halber sei noch die Option Services erwähnt , in der man einige Dienste vor dem Dump stoppen kann.

In den anderen Optionen sind auch später noch in der virtuellen Maschine einstellbar.

Danach wird nochmal eine Zusammenfassung eingeblendet und dann wird die virtuelle Maschine erstellt.

Die Migration

Wenn der Vorgang beendet ist, haben wir auf dem Share eine neue virtuelle Maschine, die exakt der physischen Maschine entspricht. Die müssen wir jetzt nur noch mit VMware Workstation auf den ESXi Server verschieben und dort starten oder wir kopieren die neue virtuelle Maschine einfach auf einen normalen VMware Server 2.0.

Von dort starten wir die VM jetzt einfach (ACHTUNG bei fest vergebenen Servern IPs müssen diese logischerweise zuerst geändert werden) und überprüfen dann die Funktionen des migrierten Servers.

Fazit

Mit dem VMware Converter ist es sehr gut möglich den Einstieg in die Welt der virtuellen Server zu finden und auch ihn effizient zu beschreiten.

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3 Kommentare zu Physische Maschinen virtualisieren mit dem VMware Converter

  1. moritz bauer sagt:

    schöner artikel, alles ist prima erklärt und übersichtlich dargestellt.

  2. Vmstore sagt:

    Verständliche Erklärung. Ein wirklich empfehlenswertes Tutorial. Ich werde es an unsere jungen Spezialisten weiterreichen.

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